Würzburg (POW) Katholische Schulen finanziell bei der Umsetzung ihres Profils zu unterstützen: Das ist das erklärte Anliegen der Franz-Oberthür-Stiftung. Die Gründung der Stiftung ist nun 25 Jahre her, ihre Aufgabe indes ist heute wichtiger denn je.
Am 19. Dezember 2000 wurde die Franz-Oberthür-Stiftung auf Initiative von Bischof Dr. Paul-Werner Scheele und Schulreferent Domkapitular Günter Putz aus der Taufe gehoben. Die Ertragsstiftung wurde mit einem Grundstockvermögen von einer Million Euro ausgestattet und erhielt am 30. März 2001 die staatliche Anerkennung. Namenspatron ist der Würzburger Dogmatikprofessor Franz Oberthür (1745-1831), der sich für eine Reform des Theologiestudiums und des Schulwesens im Sinne der Aufklärung eingesetzt hatte. Im Schulbereich gehe es nicht primär um Wissensvermittlung, sondern darum, „dem Menschen zur Fülle des Lebens zu verhelfen, ihm eine umfassende Bildung zu ermöglichen und auf das Gemeinwohl hin zu erziehen“, sagte Bischof Scheele 2001 bei der Vorstellung der Schulstiftung.
Die Stiftung lebt ausschließlich von Zinsen und Dividendenausschüttungen. Gefördert werden Projekte, die vom Staat nicht finanziert werden und das katholische Profil der Schule stärken. „Unsere katholischen Schulen haben hier eine zusätzliche Geldquelle, die schnell und unbürokratisch helfen kann“, erklärt Schulreferent Leitender Schulamtsdirektor im Kirchendienst Jürgen Engel. So wurden in der Vergangenheit etwa ein Meditationsraum an der Sankt-Ursula-Schule Würzburg, das Georg-Häfner-Musical am Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach, das Maria-Ward-Musical an der Maria-Ward Schule Aschaffenburg, die Schulkapelle an der Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach, ein neuer Kleinbus am Vinzentinum Würzburg sowie eine Romfahrt der Mädchenrealschule der Dillinger Franziskanerinnen in Volkach bezuschusst. Ebenfalls einen Zuschuss wert sind auch interne Prozesse wie der Organisationsentwicklungsprozess an der Mädchenrealschule Volkach in Kooperation mit der Pädagogik-Kampagne der Jesuiten „HumanismusPlus“.
„Projekte wie diese stärken nicht nur die Schulfamilie, sondern sorgen auch für positive öffentliche Wahrnehmung“, sagt Engel. In Zeiten, in denen der Stand kirchlicher Schulen in der Gesellschaft schwieriger geworden ist, sei das nicht unwichtig. „Katholische Schulen müssen heute sehr attraktiv sein und einer Vergleichbarkeit standhalten. Die Ansprüche sind massiv gestiegen.“
Umso hilfreicher ist deshalb laut Engel eine zielgerichtete und unbürokratische Unterstützung katholischer Schulen aus der Franz-Oberthür-Stiftung. Eine katholische Schule muss lediglich einen Förderantrag stellen und klar begründen, inwiefern das geplante Projekt einen Beitrag zum katholischen Profil darstellt. Besonders berücksichtigt werden Projekte, für die auch andere Geldquellen angezapft werden – also etwa Stadt, Landkreis, Elternbeirat oder andere Stiftungen. „Im kommenden Jahr stehen wieder Fördermittel bereit. Die Stiftung lebt hauptsächlich von den Zinsen und Dividendenausschüttungen. Spenden erhalten wir leider sehr wenig. Aber wer die Stiftung unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto der Franz-Oberthür-Schulstiftung, Liga-Bank Würzburg, IBAN DE 72 7509 0300 0003 0011 72 überweisen“, wirbt Engel. Er freue sich, damit auch weiterhin viele innovative und kreative Projekte unterstützen zu können.
