Würzburg (POW) In zwei Aufgabenfeldern setzt der Diözesan-Caritasverband, bei dem bistumsweit rund 17.800 Personen beschäftigt sind, das Motto der diesjährigen Caritas-Kampagne „Zusammen geht was – Caritas verbindet Generationen“ besonders um: in den Kindertagesstätten und der Pflege. Das hat der Vorsitzende Domkapitular Monsignore Clemens Bieber bei der Jahrespressekonferenz des Bistums Würzburg am Mittwoch, 28. Januar, im Würzburger Burkardushaus hervorgehoben.
Im Kitabereich ist laut Bieber die Landschaft stark kirchlich geprägt: „In den insgesamt 498 katholischen Kitas in Unterfranken werden aktuell 32.000 Kinder betreut.“ Rund 9000 Mitarbeitende seien dort tätig. Die Caritas unterstütze die Träger mit Fachberatung, Gehaltsabrechnung und rechtlicher Begleitung. Zugleich stünden die Einrichtungen vor einem Wandel: Während noch vor wenigen Jahren Plätze fehlten, drehe sich die Lage nun: „Es gibt zu wenige Kinder.“ Dadurch müssten Ausbaupläne teils gestrichen werden, gleichzeitig steige der finanzielle Druck. Positiv bewertete Bieber, dass die staatliche Erhöhung der Betriebskostenförderung den für 2026 befürchteten finanziellen Kollaps einer Vielzahl von Kitas verhindert habe, auch wenn die Mittel noch nicht ausreichten. „Im Blick auf den Erhalt der Kita-Immobilien sind wir mit den jeweiligen Kommunen im Gespräch, damit diese ‒ wie das auch bei den meisten anderen nicht-katholischen Trägern seit langem praktiziert wird ‒ von den Kommunen übernommen werden.“ Die Caritas wolle auf jeden Fall weiterhin ein „qualitativ bestmögliches pädagogisches Angebot“ sicherstellen.
Auch in der Pflege zeigte Bieber die Bedeutung der kirchlichen Dienste für ältere und pflegebedürftige Menschen auf. Unter dem Dach der Caritas in Unterfranken bestehen derzeit 43 Seniorentagesstätten, 44 ambulante Pflegedienste („Sozialstationen“) und 41 Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 2972 vollstationären Plätzen. Ein gravierendes Problem bleibe jedoch der Fachkräftemangel: Etwa zehn Prozent der Pflegeplätze könnten aus diesem Grund derzeit nicht belegt werden.
Bieber dankte ausdrücklich den Pflegekräften aus dem Ausland. „Bei der Caritas-Einrichtungen gGmbH (CEG) arbeiten aktuell Menschen aus 58 Nationen.“ Besonders erfolgreich sei die Anwerbung junger Menschen aus Indien, den Philippinen und Mexiko. Allein 37 junge Inderinnen und Inder hätten in Würzburg eine Pflegeausbildung begonnen. Diese Menschen aus Indien erstaunten die Verantwortlichen in Deutschland mit den Deutschkenntnissen, die sie bereits mitbrächten. Als „große Herausforderung“ bezeichnete Bieber die Suche nach bezahlbarem Wohnraum für diese dringend benötigten Fachkräfte.
Mit Blick auf die Zukunft wies der Caritas-Vorsitzende auf die demografische Entwicklung hin: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Unterfranken werde bis 2050 um rund 95.000 Menschen steigen – ein Plus von 35 Prozent gegenüber 2021. Bis dahin würden etwa 2200 zusätzliche Pflegefachkräfte und ebenso viele Pflegehelfer gebraucht. „Deshalb engagieren wir uns als Kirche und Caritas und nutzen unser weltweites Netzwerk“, sagte Bieber. Zusätzlich brauche es aber auch politische Reformen: „In der Pflegeversicherung gilt es, wichtige Weichen zu stellen.“

