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Bistum stellt Weichen für die Zukunft

Pressekonferenz zum Jahresauftakt 2026 - Generalvikar Vorndran: Mehr Anstrengungen, um Menschen für den christlichen Glauben anzusprechen – Diözesanratsvorsitzender Wolf: Einfluss der Ehrenamtlichen sichern und stärken

Würzburg (POW) Nach dem Abschluss des Programms „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“ sei das Bistum nicht am Ende, sondern „mitten in einer umfassenden Entwicklung“. Ähnlich wie im Fußball gelte auch hier: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, erklärte Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran bei der Jahrespressekonferenz des Bistums Würzburg am Mittwoch, 28. Januar, im Würzburger Burkardushaus in Anspielung auf die Fußballweltmeisterschaft dieses Jahr. Im aktuellen Strategieprozess gehe es darum, die Kirche zukunftsfähig zu gestalten und den Glauben neu zu vermitteln. „Es gilt heute wieder, mehr Anstrengungen zu unternehmen, um Menschen für den christlichen Glauben anzusprechen“, betonte Vorndran. Der Erfurter Bischof Dr. Joachim Wanke habe bereits im Jahr 2000 festgestellt, der Kirche fehle „die Überzeugung, neue Christen gewinnen zu können“.

Rund 300 Personen arbeiteten derzeit an diesem Prozess mit. Erste Ergebnisse seien bereits sichtbar. Dazu zählten ein einheitlicher Standard in den Pastoralen Räumen zur Begleitung in verschiedenen Lebensphasen oder der neu geschaffene Klimafonds, mit dem das Bistum bis 2040 treibhausgasneutral werden wolle. Trotz sinkender Mittel müsse die Kirche „präsent bleiben“ und zugleich Strukturen hinterfragen. Der Generalvikar sprach von der Notwendigkeit, „Exnovation und Innovation gleichermaßen zu fördern“.

Als Beispiele nannte er die Veräußerung der Kuratiekirche Heilig Geist in der Würzburger Dürrbachau an die äthiopisch-orthodoxe Gemeinde sowie neue spirituelle Formate wie die „Nacht der Hoffnung“, die besonders junge Menschen anspreche. Zugleich müsse die Kirche entscheiden, an welchen Orten sie ihre Kräfte bündele, um Gemeinschaft erlebbar zu machen. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen sei es wichtig, zwischen Präsenz an vielen Orten und lebendiger Gemeinschaft an weniger Orten abzuwägen. Auch der Gebäudebestand werde überprüft – etwa durch die geplante Aufgabe des von Balthasar Neumann errichteten Teils des Marmelsteiner Hofs in Würzburg und eine Konzentration der Verwaltung in modernen Bürokonzepten im Stadtgebiet. „Nur eine Kirche, die bereit ist, sich zu verändern, wird auch bleiben.“

Großen Wert legte der Generalvikar auf das Ehrenamt: Es bleibe „eine tragende Säule von Gesellschaft und Kirche“. Mit einer neu geschaffenen Stelle zur Ehrenamtsförderung wolle das Bistum das freiwillige Engagement weiter stärken. Zudem rief er alle Getauften dazu auf, sich bei den Pfarrgemeinderatswahlen im März zu beteiligen. Parallel dazu würden sich Diözesanrat und Diözesanpastoralrat neu konstituieren und weiterentwickeln, ebenso wie der neu gewählte Diözesansteuerausschuss. Auch die Verwaltungsstrukturen sollen professionalisiert werden: In den Pastoralen Räumen sollen Verwaltungsleitungen die Hauptamtlichen unterstützen, „damit Verwaltung die Seelsorge fördert – und nicht umgekehrt“. Der Generalvikar betonte den Teamgedanken: „Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten.“ Kirche gelinge nur gemeinsam – mit Fairplay, Ausdauer und Zusammenhalt.

Dr. Michael Wolf, Vorsitzender des Diözesanrats, sprach über die Schwerpunkte des Gremiums im neuen Jahr. Im Mittelpunkt stünden die Umsetzung der diözesanen Strategie, die Neuwahlen der kirchlichen Räte in Bayern sowie der bevorstehende 104. Katholikentag in Würzburg.

Der Diözesanratsvorsitzende betonte, dass nach dem Abschluss des Strukturteils von „Gemeinsam Kirche sein“ nun der Übergang zu pastoralen Themen im Vordergrund stehe. Es gehe unter anderem darum, „bestehende und neue, aktive Gruppen in den Gemeinden“ zu fördern und caritative sowie pastorale Maßnahmen besser zu verzahnen – im Sinne einer „caritativen Pastoral und pastoralen Caritas“. Der Diözesanrat verstehe sich dabei als „konstruktiv-kritischer Begleiter“ der Umsetzung und dränge auf eine zügige Fertigstellung der pastoralen Standards, um in allen Pastoralen Räumen vergleichbare Voraussetzungen zu schaffen.

Zudem werde der Diözesanrat die finanzielle Entwicklung aufmerksam beobachten. Maßnahmen müssten effizient gesteuert und evaluiert werden, um zu erkennen, „wie die vor Ort erhöhten Mittel genutzt werden und welche Ergebnisse dadurch erreicht werden konnten“. Sollten die bisherigen Zielgrößen nicht haltbar sein, müsse auch das Budget angepasst werden.

Ein zweiter Schwerpunkt seien die anstehenden Wahlen: Am 1. März werden im Bistum Würzburg wie in allen bayerischen Bistümern neue Pfarrgemeinderäte oder Gemeindeteams gewählt – eine Woche vor den Kommunalwahlen. Damit beginne die Neukonstituierung der pastoralen Räte bis hin zum Diözesanrat. Fast alle Satzungen seien überarbeitet, angepasst und entsprechend dem Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz ergänzt worden, wonach „völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar“ seien. Die Satzung des Diözesanrats selbst befinde sich noch in Überarbeitung und solle bis Juli 2026 verabschiedet werden, bevor der neue Rat im Oktober zusammentrete. Wolf appellierte an alle Menschen im Bistum, an der Kommunalwahl am 8. März teilzunehmen und so ein sichtbares Zeichen für die Demokratie zu setzen.

Zugleich kündigte er an, dass sich der Diözesanpastoralrat künftig als synodales Gremium neu aufstellen werde. Bischof Dr. Franz Jung habe entschieden, keine weiteren Gremien zu schaffen, um „eine Komplexitätssteigerung der Beratungsprozesse“ zu vermeiden. Der Diözesanrat begrüße diese Entscheidung und werde sich aktiv an der Ausgestaltung beteiligen. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres ist laut Wolf der 104. Katholikentag in Würzburg, dessen Vorbereitungen „auf der Zielgeraden“ seien. Der Diözesanrat bringe sich sowohl im Trägerverein des Katholikentags als auch in dessen Leitung ein. Er hoffe, das Ereignis werde über Würzburg hinauswirken und einen Impuls geben, der über die Tage des Katholikentags hinaus anhält.

Wolf sagte, der Diözesanrat werde sich auch 2026 in die Umgestaltung der Diözese einbringen und darüber hinaus die Kooperation mit anderen Diözesanräten und Verbänden suchen, um den Einfluss der freiwillig Engagierten zu erhalten und zu stärken.